13.11.2014

Kurz nach Montreal und zurück

Hier ist viel Text und wenig Bild. Wer das Gegenteil haben möchte wird hier glücklich: mediagoblin.aurka.com

Anfangs der Woche verschlug es mich für gut 48 Stunden nach Montreal - wer sich jetzt denkt, dass sich dies als Mitteleuropäer nicht lohnt, es waren immerhin mehr als die knapp 24 Stunden Chicago im August dieses Jahres. Und wenn man nur so wenig Zeit hat, um eine Stadt zu erkunden, dann ist man immerhin in der Zeit viel unterwegs.

Telephone?

Wir vertrauten komplett auf unsere Füsse und verwendeten nie (exclude transports to the Airport) andere Fortbewegungsmittel. Mit einem Hotelzimmer direkt unter des Mount Royal (nach welchem Montreal benannt wurde) hatten wir auch eine gute, zentrale Lage, um die Stadt zu erkunden. Die Stadt versteht zu gefallen. Die Leute sind äusserst freundlich, halten jedoch von dem groben Smalltalk der Amis eher Abstand. Zwanghaftes über das Wetter quatschen gab es bei uns glücklicherweise nie. Sehr unterhaltsam ist die Begrüßungs-Parole. Da die Stadt mehr oder weniger zweisprachig ist (Französisch und Englisch) wird direkt beim 'Hallo'-sagen geprüft, auf welche der beiden Sprachen man zurückgreiffen möchte. Auf diese Weise kommt das Bonjour Hi wohl zustande, mit welchem man in jedem Geschäft, etc. begrüßt wird. Wer den Einheimischen zuhört bemerkt, dass sie jedoch gerne auch mitten im Satz die Sprache wechseln oder sich zumindest rege mit Worten aus der jeweils anderen Sprache aushelfen.

Street Art

Eine Brücke

Weiteres:

Sehenswürdigkeiten

Um die übliche Tourikacke abzudecken, lohnt es sich mit sicherheit, den 'Mount Royal' zu besteigen. Allzu hoch ist das Ding nicht, liefert jedoch eine schöne Sicht auf die Stadt. Gerade der Sonnenaufgang auf einer der diversen Aussichtsplattformen lohnt sich durchaus (Ich - durch Schlafmangel und Zeitverschiebung zum Frühaufsteher). Durch den Herbst war der Aufstieg voller auf dem boden liegender Blätter in den Herbstfarben. Auf dem Weg zum 'Mount Royal' tollten sich zudem viele Eichhörnchen (oder Grauhörnchen, oder was auch immer). Die haben sich an die Menschen gewöhnt und sind ziemlich frech.

Weg hinauf zur Aussichtsplattform

Ein Hörnchen

Vegan Food

Wer lecker vegan schlemmen gehen möchte, sollte unbedingts im Aux Vivres vorbeischauen. Ziemlich zentral an der 'St. Laurent Boulevard' gelegen kann man dort gut mit vollem Bauch 'verenden'. Eine große Karte voller leckeren Dinge lädt zum verweilen ein. Für andere Allergiker sind sämtliche Dinge klar deklariert und es gibt glutenfreien Schokoladenkuchen, sowie glutenfreies Eis und vieles mehr. Gerade die Nachspeise-Spezialitäten, sowie Tempeh, Wraps, etc. gibt es auch im Geschäft gleich nebenan.

Street Art

Montreal ist gut mit Street Art bepflastert. Zu finden sind von großen Wandbildern bis hin zu einer bunten Stickersammlung an nahezu jedem Pfosten so ziemlich alles. Äusserst empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang wieder die Region 'St. Laurent Boulevard', welche richtiggehend mit Street Art zugepflastert ist.

It’s ok not to think sticker

Take that fish

Definitely a cool oma

Geld

Die kanadischen Dollars sind weird. Die Noten fühlen sich nach 100% Plastik an und sind an gewissen Stellen durchsichtig. Die Münzen sind riesig und total unförmig. Hier scheint die englische Vergangenheit gut durch. Nicht fehen darf natürlich auch die Queen auf dem Geld nicht.

Ein bisschen abgefuckt

Flughafen

Der Flughafen wirkt äusserst modern, bietet im Boarding-Bereich eine super Smoothie-Bar und für die Einreise sind viele Posten offen. So verläuft die Bordercontroll äusserst smooth und dauert nur wenige Minuten (inklusive anstehen)!

Last but not least

Ansonsten fühlt sich Montreal wie ein äusserst sympathische Ausgabe einer US-Großstadt an. Die Armmut erscheint nicht so sichtbar, jedoch sind gewisse Häuser gut am auseinanderfallen und gefült ist in jeder Straße ein Teil des Gehweges gerade gesperrt aufgrund von Arbeiten. Auch scheinen die Häuser nicht wirklich robust gebaut zu werden. Wir konnten beobachten, wie an einem halben Tag ein komplettes Backsteinhaus zu Brei geschlagen wurde. Wettertechnisch waren die beiden Tage erstaunlich warm, obwohl sich viele Einwohner bereits dick in Wintermäntel verzogen haben. Während unserem Aufenthalt in Montreal konnten zwei Dinge nicht übersehen werden:

  • Viele Leute trugen im Gedenken an die Soldaten im 1. Weltkrieg, jedoch auf um Solidarität mit Veteranen, etc. auszudrücken, (künstliche) rote Mohnblüten an ihren Kleidern.
  • Nebst Street Art scheint es auch viele politisch engagierte Leute zu geben (siehe auch die Donuts-Aktion an der 1. Mai Demo). Während unserem Aufenthalt wurde auf vielen Wänden auf 'sexual harassment' hingewiesen.

against sexual harassment

Plakate wie dieses (und oftmals noch schlechter geklebt als dieses hier) hängen zumindest in den zentralen Straßen an beinahe jedem Block.

Holy macaroni

In Montreal fühl man sich (gefühlt) wie in einer nie enden wollenden Kleinstadt. Beim stundenlangen wandern durch die Straßen kriegt man nie so richtig das Gefühl in einer Großstadt zu sein. Alles in allem hat mir Montreal äusserst gut gefallen!

Wie bereits angemerkt. Viel mehr Bilder gibt es hier: mediagoblin.aurka.com